Programme im Vergleich 2026: Pages, Ulysses, Scrivener, Papyrus Autor und Lunaver
Stand: 25. August 2026
Wer am Mac ein Buch schreiben will, hat die Wahl zwischen sehr unterschiedlichen Werkzeugen: vom kostenlosen Pages über spezialisierte Autorensoftware bis zu Programmen, die das fertige Manuskript gleich in Verlags- und Self-Publishing-Formate verwandeln. Diese Seite vergleicht die bekanntesten Schreibprogramme für den Mac – fair, mit ehrlichen Preisen und einem klaren Hinweis darauf, für wen welches Programm passt. Und für wen nicht.
Ein Textprogramm und ein Buchprogramm sind zwei verschiedene Dinge. Ein Brief braucht eine Seite; ein Roman braucht Struktur. Vier Fähigkeiten trennen echte Autorensoftware von einer reinen Textverarbeitung:
Dazu kommt seit einigen Jahren eine fünfte Frage: Soll das Programm beim Schreiben mit KI helfen können – und wenn ja, wohin wandert dabei der Text? Mehr dazu auf der Seite Buch schreiben mit KI.
| Programm | Preis | KI | Export | Bedienung | Barrierefreiheit |
|---|---|---|---|---|---|
| Pages | kostenlos (bei jedem Mac dabei) | Schreibwerkzeuge über Apple Intelligence | EPUB, PDF, DOCX | Maus, Tastatur, Diktat | gute VoiceOver-Unterstützung |
| Ulysses | Abo: 5,99 €/Monat oder 39,99 €/Jahr | KI-Assistent (Cloud) | EPUB, PDF, DOCX, Markdown, HTML | Markdown-Editor, Mac + iPhone/iPad | VoiceOver-Unterstützung vorhanden |
| Scrivener 3 | Einmalkauf: 59,99 US-$ pro Plattform | keine eingebaute KI | EPUB, PDF, DOCX u. v. m. (Compile) | sehr flexibel, spürbare Lernkurve | teils eingeschränkt mit VoiceOver |
| Papyrus Autor 12 | Einmalkauf: 349 € (Upgrade 149 €) | Stilanalyse & Duden-Korrektor, keine generative KI | EPUB, PDF, DOCX, Normseite | klassische Programmoberfläche | keine Screenreader-Ausrichtung |
| Lunaver | Kern gratis; Pro 9,99 €/Monat oder 79,99 €/Jahr | vollständig on-device (Apple Foundation Models + über 20 lokale MLX-Modelle) | 8 Formate: EPUB 3.3, PDF, DOCX, Hörbuch, DAISY 3, Braille, Markdown, Text | komplett per Stimme bedienbar | jedes UI-Element VoiceOver-tauglich |
Pages ist auf jedem Mac vorinstalliert, kostet nichts und exportiert sogar EPUB. Für kürzere Projekte und den Einstieg vollkommen legitim. Was fehlt, ist alles, was ein Buchprojekt zusammenhält: Kapitelverwaltung, Szenen, Figuren, eine Gliederung, die man umbauen kann, ohne zu kopieren und einzufügen.
Ulysses ist ein aufgeräumter, schöner Schreibort mit hervorragender Synchronisation zwischen Mac, iPhone und iPad, Zielvorgaben und einer Bibliothek, die viele Autorinnen und Autoren lieben. Das Abo-Modell (5,99 €/Monat oder 39,99 €/Jahr) ist fair kalkuliert, bleibt aber ein laufender Posten. Für die eigentliche Buchproduktion – Satz, Hörbuch, barrierefreie Formate – braucht es zusätzliche Werkzeuge.
Scrivener ist seit Jahren ein Standardwerkzeug für Romanautoren: Binder, Korkwand, Recherche-Ablage, Schnappschüsse und ein mächtiger Compile-Export machen es zum flexiblen Projektstudio – als Einmalkauf für 59,99 US-$ zudem günstig. Der Preis dafür ist eine echte Lernkurve, und mit VoiceOver ist die komplexe Oberfläche stellenweise mühsam. Einen ausführlichen Vergleich gibt es auf der Seite Scrivener-Alternative für den Mac.
Papyrus Autor (aktuell als „Papyrus 12") ist im deutschsprachigen Raum zu Recht angesehen: Die Stilanalyse und der integrierte Duden-Korrektor finden Füllwörter, Wortwiederholungen und Satzmonster, die Figurendatenbank und der Zeitstrahl helfen beim Plotten. Mit 349 € (Upgrade 149 €) ist es die teuerste Lösung im Vergleich – wer viel auf Deutsch lektoriert, bekommt dafür aber ein sehr ausgereiftes Werkzeug.
Lunaver geht die Sache von der anderen Seite an: nicht nur schreiben, sondern das komplette Buch produzieren – vom ersten Gedanken bis zu acht Exportformaten aus einer einzigen Quelle. Die KI-Texterstellung läuft vollständig auf dem eigenen Mac, die gesamte Bedienung funktioniert per Stimme, und der Kern der App ist gratis, inklusive Hörbuch- und Braille-Export.
Alle drei Preismodelle haben ihre Berechtigung – entscheidend ist, was man tatsächlich braucht:
Wenn ein Schreibprogramm KI anbietet, gibt es zwei Wege. Cloud-KI schickt den Text zur Verarbeitung an Server des Anbieters – das ist leistungsfähig, erfordert aber Internet, meist ein Konto und Vertrauen in die Datenverarbeitung. On-Device-KI rechnet direkt auf dem eigenen Rechner.
Lunaver setzt konsequent auf den zweiten Weg: Apple Foundation Models plus über 20 lokale MLX-Modelle laufen auf dem Apple-Silicon-Chip. Nach dem einmaligen Modell-Download arbeitet die App offline, ohne Konto und ohne API-Schlüssel. Das Manuskript verlässt den Mac nicht – das gilt bei gewählter On-Device-KI auf einem Apple-Silicon-Mac; die lokalen Schreibmodelle benötigen 32 GB RAM. Wie sich damit ein ganzes Buch entwickeln lässt, zeigt die Seite Buch schreiben mit KI.
Wichtig zur Einordnung: Papyrus Autor und Scrivener verzichten bewusst auf generative KI – für viele Autorinnen und Autoren ist genau das ein Kaufgrund. KI ist ein Werkzeug, keine Pflicht; auch Lunaver lässt sich als reines Schreibstudio ohne KI nutzen.
Der klassische Weg sieht so aus: schreiben in Programm A, formatieren in Programm B (etwa Vellum oder Atticus), Hörbuch extern produzieren, Braille gar nicht. Jede Übergabe kostet Zeit und erzeugt Versionschaos.
Lunaver exportiert aus einer einzigen Manuskript-Quelle in acht Formate:
Die Formatpalette ist auf den European Accessibility Act ausgerichtet, der barrierefreie E-Books zunehmend zur Voraussetzung macht. Ein ehrlicher Hinweis zum Hörbuch: Vertriebsplattformen haben eigene Regeln zu KI-generierten Stimmen – diese Regeln vor dem Upload bitte selbst prüfen.
Hier unterscheidet sich Lunaver am deutlichsten vom Rest des Feldes. Entwickler Dr. Klaus Weber erblindet durch Retinitis Pigmentosa und nutzt die App selbst täglich – deshalb ist Barrierefreiheit keine nachgereichte Funktion, sondern die Architektur: Jedes Element der Oberfläche ist VoiceOver-tauglich, und die komplette Buchproduktion – anlegen, diktieren, umschreiben, exportieren – funktioniert per Stimme. Die Geschichte dahinter steht auf der Presseseite.
Davon profitieren nicht nur blinde und sehbehinderte Autorinnen und Autoren: Wer beim Spazierengehen diktiert, mit müden Augen arbeitet oder schlicht die Hände frei haben will, bedient sein Buchprojekt mit der Stimme.
Lunaver verlangt macOS 26 und einen Mac mit Apple Silicon (ab M1). Die lokalen Schreibmodelle benötigen 32 GB RAM – das ist die ehrliche Untergrenze für flüssige On-Device-KI in Buchqualität.
Zum reinen Schreiben: ja. Viele Bücher sind in Word entstanden. Die Grenzen zeigen sich bei der Struktur (Kapitel umbauen, Figuren verwalten) und am Ende der Arbeit: Ein sauberes EPUB, ein druckfertiges PDF, ein Hörbuch oder barrierefreie Formate liefert eine Textverarbeitung nicht aus einer Quelle. Dafür gibt es Autorensoftware.
Für komplexe Plots mit viel Recherche ist Scrivener ein bewährtes Projektstudio; für deutschsprachige Stilarbeit ist Papyrus Autor stark. Lunaver eignet sich, wenn das Ziel das fertige, veröffentlichungsreife Buch ist – mit Kapitelstruktur, optionaler On-Device-KI und acht Exportformaten, ohne zusätzliche Satz- oder Konvertierungssoftware.
Die Spanne reicht von 0 € (Pages, bibisco Community, Lunaver-Kern) über rund 40 € im Jahr (Ulysses) und 59,99 US-$ einmalig (Scrivener) bis 349 € (Papyrus Autor). Teuer heißt nicht automatisch besser geeignet: Entscheidend ist, ob das Programm zum eigenen Arbeitsstil und zum geplanten Veröffentlichungsweg passt.
Ja. Pages ist bei jedem Mac dabei, bibisco bietet eine kostenlose Community-Edition, und der Gratis-Kern von Lunaver enthält das komplette Schreibstudio samt Hörbuch- und Braille-Export. Das Pro-Abo von Lunaver ergänzt PDF ohne Wasserzeichen und zusätzliche Themes – nötig ist es zum Schreiben und Veröffentlichen nicht.
Ja. Nach dem einmaligen Download der lokalen Modelle arbeitet die KI-Texterstellung offline auf dem eigenen Mac – ohne Konto und ohne API-Schlüssel. Voraussetzung sind ein Apple-Silicon-Mac mit macOS 26 und für die lokalen Schreibmodelle 32 GB RAM.
Ja. Die KI ist ein Angebot, kein Zwang: Lunaver lässt sich als klassisches Schreib- und Exportstudio nutzen. Struktur, Stimme, VoiceOver und die acht Exportformate stehen unabhängig davon zur Verfügung, ob die KI-Funktionen genutzt werden.
Der Kern von Lunaver ist gratis – inklusive Hörbuch- und Braille-Export. Einfach laden und mit dem eigenen Buchprojekt testen:
Lunaver im Mac App Store laden
Voraussetzungen: macOS 26, Apple Silicon (ab M1); lokale Schreibmodelle benötigen 32 GB RAM.